Die Besonderheit unseres Ansatzes besteht darin, dass der Coach drei verschiedene Komponenten und deren Wechselwirkungen analysiert: Die Einstellungen, das  Verhalten und das Umfeld des Coachees. Das Modell deckt auf, ob diese drei Einflussgrößen im Einklang oder Widerspruch zu einander stehen. Im Situativen Businesscoaching wechselt der Fokus zwischen der Verhaltensänderung und der Einstellungsänderung des Klienten, je nach seiner Entwicklung im Coaching. Das Umfeld des Klienten spielt eine wichtige Rolle, um die Lage des Klienten situationslogisch zu erfassen und realistische Ziele zu setzen.

Situatives Modell

Situatives Modell

Einstellungsorientierte Coachingausrichtung


Hier geht es darum, gemeinsam mit dem Klienten seine nicht direkt beobachtbaren Einstellungen, Überzeugungen, Glaubensysteme, Werte und Normen herauszuarbeiten. Im weiteren Verlauf gilt es zu analysieren, ob die Einstellungen mit dem Verhalten adäquat sind und ob das Umfeld des Klienten eine konstruktive Veränderung begünstigt. Außerdem stellt der Coach seine eigenen Beobachtungen über den Klienten und seine Situation zur Verfügung. Aus diesen beiden Quellen werden Hypothesen und in der Folge Interventionen entwickelt.

Eine Ausgangssituation für die einstellungsorientierte Coachingausrichtung ist zum Beispiel die Unzufriedenheit eines Klienten mit sich selbst als Person: "Aus mir kann nie eine gute Führungskraft werden.“


Verhaltensorientierte Coachingausrichtung

Bei dem verhaltensorientierten Coaching ist die Aufgabe des Coaches eine als Ziel vereinbarte Verhaltensweise des Klienten zu fördern und ihm mit konkreten Lösungsvorschlägen und Lerntechniken behilflich zu sein. Der Klient erweitert im Coaching sein Handlungsrepertoire und trainiert sein Verhalten für eine spezifische Situation ein. Durch das Lernen im Dialog und die konkrete Anwendung sichert der Coachee den Transfer des Neuerlernten in den Alltag.

Mögliche Beispiele hierfür sind: "Ich möchte ein optimales Kritikgespräch führen.“ Oder: "Ich bin neu als Führungskraft. Wie kann ich mich am besten im Unterneh-men positionieren?“


Umfeldorientierte Coachingausrichtung

Die dritte Komponente ist das Umfeld des Klienten. Sie wird im Coaching als Diagnostik betrachtet. Dieser Faktor ist im Coaching häufig nicht beeinflussbar jedoch unabdingbar für die  Hypothesenbildung.

Die Unzufriedenheit des Klienten mit seinem Umfeld z. B.: "Unsere Firma hat keine strategische Ziele. Wie soll ich da zielorientiert arbeiten?“ gilt es im Coaching zu thematisieren um zu prüfen, in wieweit der Klient selbst für die Situation verantwortlich ist und wo er das Umfeld verändern kann.


Alle drei Arbeitsausrichtungen sind in der Praxis schwer zu trennen. Es kann zum Beispiel sein, dass der Klient mit dem Wunsch kommt, seine Delegationskompetenz zu verbessern (Verhalten). Dabei wird deutlich, dass er bei der Aufgabendelegation Angst hat, Kontrolle über die Situation zu verlieren (Einstellung). Sein Unternehmen befindet sich in einer Umbruchphase und erwartet von den Führungskräften eine rasche, fehlerfreie Erledigung des operativen Geschäfts (Umfeld). In diesem Fall ste-hen sowohl die Einstellungen als auch das Umwelt des Klienten im Widerspruch zu seinem Veränderungswunsch.